Veranstalter | Landestheater Oberpfalz |
Veranstalter-Adresse | Mühlweg 17, 92648 Vohenstrauß, Deutschland |
Quelle | RCE Medien GmbH |
Die letzte Schicht
Maxhüttenplaza am Hochofen

Landestheater Oberpfalz. Foto Maxhütte: Christian Bedeschinski
2025
Die Veranstaltung
Jetzt ist die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg kein Schloss und auch keine Burg, vielmehr ein sich langsam auflösender Industrie-Tempel aus einer vergangenen Zeit. So jedenfalls sehen es Sebastian Kamm und Dominik Tremel. Beide haben 2021 den vom LTO ausgeschriebenen Autorenwettbewerb anlässlich des 20. Jahrestages des letzten Hochofenabstichs in Sulzbach-Rosenberg gewonnen. Die Frage, was die Überbleibsel des einst so stolzen Eisenwerkes zu erzählen hätten, treiben Autor und Komponisten um. Wie war es, als die Maxhütte eine ganze Region maßgeblich geprägt hat und Generationen von Menschen Arbeit, Lohn und Sinn gab, angesehene Eisenwerker über 150 Jahre ihrer Arbeit nachgingen, Sportvereine und Musikkapellen den Namen »Maximilianshütte« trugen? Wo waren die Anfänge und wie kam es zum Ende? Warum gab es eine Rivalität zwischen den Werken der Maxhütte und warum gibt es diese Rivalität zwischen den Städten bis heute?
Diesen Geschichten, Legenden und Märchen spüren Kamm und Tremel nach, dabei haben sich die beiden nicht die historische Aufarbeitung vorgenommen, sondern streben die Rückkehr der Maximilianshütte auf die Bühne an. Mit ihren durchlebten Dramen, Festen und Kämpfen.
Gezeigt wird ein Singspiel, voller Heiterkeit, Schwermut, Poesie und dem Hauch von Nostalgie, denn Musik und Gesang machen das Gute besser, das Schlimme erträglicher, das Unaussprechliche erzählbar und das Schöne noch schöner.
Und singt nicht auch der letzte verbliebene Hochofen über den Dächern Sulzbach-Rosenbergs leise im Wind sein Lied?
Die Maxhütte, benannt nach dem bayerischen König Maximilian II. Joseph, beschäftigte in seiner Blütezeit über 9000 Menschen und prägte die gesamte Region. Der Konzern hatte Zweigwerke in Haidhof und Unterwellenborn und eigene Erzgruben in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach. Nach zwei Konkursen wurde die Stahlerzeugung am 24. September 2002 endgültig eingestellt. Die beiden Konkurse der Maxhütte, verbunden mit dem Verlust tausender Arbeitsplätze, wirkte strukturpolitisch fatal und bis heute nach. Diverse Konzepte einer Nachnutzung des Werksgeländes wurden entwickelt und wieder verworfen – langfristige Lösungen für das Werksgelände konnten nicht realisiert werden. 2016 begannen umfangreiche Rückbauarbeiten mit dem Abriss der Kalksilos und dem recyceln von Kabeln, Rohrleitungen und Metallteilen – 2019 wurde das Stahlwerk abgerissen, 2020 folgte schließlich das Kraftwerk. Es ist offen, ob die Überreste der Maxhütte als Industriedenkmal erhalten werden, wer hierfür den Aufwand trägt, und wie mit den teils enormen Altlasten verfahren wird.
Zum 20. Jahrestag der endgültigen Schließung der Maxhütte lobte das LTO einen Autoren-Wettbewerb aus: wir wollen ein Stück produzieren, dass die Geschichte des Stahlwerks erzählt, seine Bedeutung für die Region aufzeigt, die guten Zeiten aufgreift und die schwierigen nicht verschweigt. All das soll direkt am historischen Ort inszeniert werden: im Schatten des Hochofens. 2025 ist es – mit Unterstützung der Sparkasse Amberg-Sulzbach – nun endlich möglich geworden, das bisher größte und ambitionierteste Projekt des Landestheater Oberpfalz zu realisieren.
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